Höchster Derbysieg für Stusta in der Vereinsgeschichte – Münchner Merkur vom 24.10.2017

Höchster Derbysieg für Stusta in der Vereinsgeschichte

  • Münchner Merkur
  • 24 Oct 2017
  • JAN LÜDEKE

 Es hatten alle ein enges Derby zwischen Studentenstadt Rugby (Stusta) und dem München Rugby Football Club (MRFC) erwartet. Schließlich traf am Samstag der Tabellenführer auf den Dritten, beide Teams trennte vor dem Spiel nur ein Punkt. Doch am Ende holten die Studenten mit einem deutlichen 52:7 den höchsten Derbysieg ihrer Vereinsgeschichte. Mit nunmehr fünf Siegen (allesamt mit Bonuspunkt) aus fünf Spielen eilt die Stusta den Aufstiegsplayoffs entgegen. Ziel ist das Oberhaus.

Zunächst war die Partie ausgeglichen gewesen. Die Studenten hatten vorher noch eine Trainingseinheit abgehalten, da Trainer Umberto Re seinem Team nach niedriger Trainingsbeteiligung noch einmal das Spielsystem hatte näherbringen wollen. Das zahlte sich aus, sein Team ging früh durch Verbinder Chris Weeks mit 5:0 in Führung. In der Folge aber setzte sich der MRFC in der Hälfte der Stusta fest und drehte dank eines Versuchs von Gerd Gerhards samt Erhöhung durch Frederic Begards das Spiel zum 5:7. Bis zur Pause aber enteilte dann der Gastgeber durch zwei weitere Versuche von Weeks und einem von Philipp Buhl – 26:7.

In der zweiten Hälfte ließen die Studenten dann im vierten Ligaspiel in Folge keine Punkte des Gegners mehr zu und liefen selber noch viermal in die Endzone. Bei den überglücklichen Studenten war aber trotz des Rekordsiegs auch Selbstkritik zu hören: „Wir haben nach dem guten Start zu selbstgefällig gespielt“, resümierte Center Simon Jung, der selbst auch einen Versuch beigesteuert hatte, „danach sind wir aber aufgewacht und haben unser Spiel durchgezogen.“Als einziges Team mit weißer Weste in der Liga wollen die Studenten in dieser Saison aufsteigen, nachdem sie in den letzten beiden Spielzeiten jeweils im Playoff-Halbfinale an Luxemburg und Aachen gescheitert waren. Dieses Ziel hatte Präsident Georges Besenius schon vor Saisonstart ausgegeben.

Für den MRFC war es freilich ein gebrauchter Tag. „Wir haben nicht das umgesetzt, was wir trainiert und uns vorgenommen hatten“, sagte Außen Douglas Kenison, „wir müssen dieses Spiel ganz schnell hinter uns lassen und uns auf unsere kommenden Aufgaben konzentrieren.“

Am kommenden Wochenende könnte der MRFC sogar Hilfe für Tabellenführer Stusta liefern. Denn am Samstag (14 Uhr) ist der Zweite RC Rottweil zu Gast auf der Bezirkssportanlage Großhadern. Die Studenten haben spielfrei, sind erst am 4. November wieder gefordert – im nächsten Derby beim RC Unterföhring. Erfreulich aus MRFC-Sicht: Immerhin gewann die Zweite Mannschaft das RegionalligaDerby der Münchner Klubs mit 52:19. Dabei gaben die drei ugandischen Nationalspieler Ramathan Govule, Brian Kikaawa und Fred Odur ihr Debüt für den MRFC. Ab der Rückrunde könnte das Trio auch in der Zweiten Bundesliga spielberechtigt sein.